Geschichtsunterricht ist nicht gerade beliebt. Und bei dem Gedanken an Möbeldesign sind die ersten Assoziationen vermutlich nicht mit historischen Begebenheiten verbunden. Da kommen viel eher Gedanken an Zeitschriften, in denen man schicke Designermöbel bewundert hat und diese dann im Möbelhaus nicht finden konnte. Ob edle Tische fürs Esszimmer, bequeme Betten fürs Schlafzimmer oder eine schicke Couch fürs Wohnzimmer - Designermöbel sind zugleich Ausdruck von Individualität und gutem Geschmack und sorgen für ein gutes Wohngefühl. Will man aber wissen, woher all diese Design Möbel stammen, muss man eigentlich beinahe 300 Jahre in der Geschichte zurückgehen.
Nicht, wie oft angenommen, von James Watt, sondern 1792 von Thomas Newcomen wurde die Dampfmaschine erfunden, auf der die Industrialisierung in England ab der 18. Jahrhundert basiert. Handarbeit war vorher die Devise gewesen. Was am Anfang den Webern die Arbeit nahm endete in der Massenproduktion jeglicher Güter, von Stoffen zu Möbeln, Schuhen und technischen Produkten. Handarbeit durch erfahrene Handwerker ist für die Produktion von Hosen, Tischen, Autos, Spielzeug und so vielem mehr nicht nötig. Lediglich einzelne Muster müssen noch entworfen werden. In Fabriken werden aus den Prototypen dann Massen der Güter gefertigt, die sich gleichen wie ein Ei dem anderen. Die wissenschaftliche Disziplin "Industriedesign" befasst sich heute mit dem Entwurf solcher Prototypen. Aber schon in der Geschichte ließen die ersten kritischen Stimmen nicht lange auf sich warten. Die monotone Gleichförmigkeit, die aus der Massenproduktion resultierte, war schon ab etwa 1850 vielen Designern ein Graus. Sie sahen ihr Schaffen weniger als kleiner Teil in der Arbeitsteilung in den Fabriken, sondern wollten als Künstler das Leben der Menschen schöner und besser gestalten. Und sie begannen mit dem Design von Möbeln. Denn so, wie Wohnen ein Grundbedürfnis ist, steigert schönes und individuelles Wohnen das Gefühl von Glück und Zufriedenheit. Aus diesem Grunde ist die Wohnungseinrichtung, egal ob im Schlaf- oder im Esszimmer, ein wesentlicher Faktor. Modernes Design und das Wohlgefühl, das Designmöbel uns bringen, verdanken wir also klugen Köpfen von vor über 150 Jahren.
Einige Stunden verbringt man täglich im Schlafzimmer und im Wohnzimmer. Gerade hier sollte man sichergehen, dass man weder giftige Stoffe noch reine "Wegwerfprodukte" aus der Billig-Abteilung im Möbelhaus um sich hat. Das gilt aber natürlich auch für alle anderen Zimmer, in denen Designmöbel eine Alternative sind. Denn die Einrichtung sollte immer hochwertig und harmonisch sein. In den eigenen vier Wänden sollte man seinem Selbst und seinem eigenen Stil und Geschmack freien Lauf lassen, um dort zufrieden zu sein. Außerdem sind hochwertige Design Möbel neben ihrem ansprechenden Äußeren meist deutlich langlebiger und somit rentabler als ihre billigen Kollegen aus dem Möbelhaus.
Die Industrialisierung und das Industriedesign haben also für viele Menschen viel Gutes hervorgebracht. Alles, was wir heute en masse produzieren, wie Kleidung oder Fernseher, würde sonst nahezu unbezahlbar sein. Individualität und Ästhetik im eigenen Lebensraum schafften aber schon die Vordenker der Vergangenheit lieber Designermöbeln.